Als die Liebe zu Elise kam

  • Als die Liebe zu Elise kam


    von Natasha Solomons


    Ich mag keine Bücher, die vom 2. Weltkrieg handeln. Bei diesem Buch war das anders. Er ist zwar ursächlich für die Handlung des Romans und bildet seinen Hintergrund, aber auf eine relativ dezente Weise.

    Ein junges Mädchen aus Wien – eine Jüdin aus wohlhabendem Haus – emigriert kurz vor Ausbruch des Krieges nach Südengland und wird dort auf einem Herrensitz Hausmädchen.

    Die verwöhnte Tochter muß lernen klaglos zu dienen…

    Sowohl als Jüdin als auch als Dienstmädchen gilt sie in den „besseren Kreisen“ als nicht gesellschaftsfähig.

    Es spinnt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen Ihr und dem Sohn des Hauses an.

    Dann bricht der Krieg auch über Dorset herein, der junge Mann wird eingezogen und Elise – die nun seine Verlobte ist – übernimmt die Pflichten der Hausherrin.


    Es ist die Entwicklungsgeschichte eines jungen, sorglosen Mädchens aus behüteter Familie über die Erfahrung der Demut bis hin zu einer gereiften, verantwortungsvollen Frau.


    Die Liebesgeschichte in diesem Buch ist zart und zurückhaltend und an keiner Stelle kitschig. Von daher ist der Titel etwas irreführend.

    Alle Charaktere sind lebendig, liebenswert und wirklichkeitsnah geschildert, so daß man zeitweilig das Gefühl hat, selbst am Geschehen teil zu nehmen..

    Wunderbar poetisch auch die Beschreibung der Landschaft mit ihrer Fauna und Flora.


    Ein leises Buch mit viel Tiefgang, das man vielleicht mit einer gewissen Melancholie aus der Hand legt…